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  Erfolgreiche Revitalisierung zugewachsener landwirtschaftlicher Flächen - gute Praxisbeispiele aus Kärnten als Modell für Slowenien


Am Dienstag, den 6. Oktober 2009, war bei der Bäuerlichen Bildungsgemeinschaft KIS im Bildungshaus Sodalitas in Tainach/Tinje eine Delegation von Fachexperten des slowenischen Ministeriums für Land-, Forstwirtschaft und Ernährung, der slowenischen Land- und Forstwirtschaftskammer, der Einrichtung für Wälder in Slowenien, des Ministeriums für Umwelt der RS, des Fonds für landwirtschaftliche Flächen in Slowenien, der  slowenischen Vereinigung der Kleinviehzüchter, der slowenischen Vereinigung der Wildtierzüchter, der Einrichtung für den Naturschutz der RS und des Institutes für Forstwesen in Slowenien zu Gast. Die TeilnehmerInnen der Fachtagung erörterten die Möglichkeiten der Revitalisierung von zugewachsenen landwirtschaftlichen Flächen und deren weitere Nutzung. Am Vormittag referierten Experten von der Kärntner Landwirtschaftskammer, der Kärntner Landesregierung und des Umweltbüros Klagenfurt, am Nachmittag folgte die Besichtigung einer revitalisierten landwirtschaftlichen Liegenschaft in der Nähe von Völkermarkt/Velikovec.

Einleitende Worte zum Thema sprach Dipl. Ing. Günther Kuneth, Leiter des Referates für Forstwesen bei der Kärntner Landwirtschaftskammer und stellte die Rahmenbedingungen und den Einfluß des österreichischen Forstrechtes auf die landwirtschaftliche Praxis in Kärnten dar. Dabei wieß er auf die Tatsache hin, dass die Landwirtschaft und die Forstwirtschaft in Kärnten gut zusammenarbeiten und versuchen, die Verfahren für die Landwirte so einfach wie möglich zu gestalten. Gerade auf dem Gebiet der Rodung und der Revitalisierung ist es notwendig, dass die Bauern die rechlichen Vorschriften einhalten und ihre Schritte mit den zuständigen Ämtern koordinieren, die ihnen auch eine fachliche Unterstützung anbieten, betonte Kuneth.


RefererentInnen an der Fachtagung in Tainach/Tinje:
Olga Voglauer, Günther Kuneth, Susanne Aigner,
Barbara Kircher und Daniel Bogner

Die Inspektorin für die Almwirtschaft des Landes Kärnten, Dipl. Ing. Barbara Kircher und die Vertreter des Unternehmens Umweltbüro Klagenfurt Dr. Susanne Aigner und Dr. Daniel Bogner stellten das Kärntner Modell für die Revitalisierung von Almen und die erfolgreiche Bewirtschaftung der Almen vor. Es handelt sich um gute Praxisbeispiele, die man auch in den Tallagen realisieren kann und somit nicht nur für die Bergregionen ausgerichtet sind. Die Landwirte in Kärnten, die ihre zugewachsenen Almen erneuern bzw. wieder nützen wollen, können dafür auch eine Unterstützung bekommen. Für die Planung und Durchführung der Revitalisierung erhalten sie eine Unterstützung der Abteilung für Landwirtschaft der Kärntner Landesregierung, die in Zusammenarbeit mit dem Umweltbüro Klagenfurt oder mit anderen Planern ein Revitalisierungsprojekt ausarbeitet. Bis zum Projektabschluß werden die Landwirte von Fachkräften begleitet und beraten. Das Revitalisierungsprogramm wurde von Beamten und Vertretern der Landwirtschaft, der Forstwirtschaft und des Umweltschutzes erstellt und ist heute in allen Sparten unangefochten. Die Sparten nutzten die Synergien, die für den Landwirt eine große Erleichterung bedeuten, denn mit einem Antrag und einem Projekt kann er die gesammte Revitalisierung realisieren. "Bei diesem Programm nutzen wir die Leistungen von Unternehmen, die für den Landwirt ein optimales Revitalisierungsprojekt planen. Die Kosten sind für jeden Landwirt gleich und für diese bekommt er eine Förderung von der Landesregierung und der EU. Die Mitarbeit mit Planungsunternehmen ist deshalb notwendig, weil wir am Amt nicht über die Kapazitäten verfügen" betonte Dipl. Ing. Barbara Kircher.

Nach den Fachreferaten entwickelte sich eine lebhafte Diskussion aus der ersichtlich wurde, dass einige Schwierigkeiten bei der Realisierung von Naturschutz- und Revitalisierungsprojekten auf beiden Seiten der Grenze ähnlich gelagert sind. Es wurde in der Diskussion hervorgehoben, dass die Zusammenarbeit der zuständigen Ämter am Beispiel der Revitalisierung von landwirtschaftlichen Flächen in Kärnten vorbildlich auch für andere Bereiche ist.

Am Nachmittag besichtigten die TeilnehmerInnen die Flächen, die vor kurzem erneuert wurden. Mit Hilfe von freiwilligen Mitarbeitern, die mit der Landwirtschaft sonst nichts zum tun haben, wurde etwas mehr als 1 Hektar zugewachsene Fläche rekultiviert. Heute ist an dieser Fläche wieder eine Schafweide. Es ist interessant, dass jeder Landwirt bzw. Besitzer der Liegenschaft eine Unterstützung für eine solche Erneuerung bekommt, wobei auch eine weitere Nutzung der Flächen, zum Beispiel als Weidefläche, gefördert wird. "Den Bauern kommt es manchmal komisch vor, es ist aber wahr, dass es viele Leute gibt, die verschiedene Tätigkeiten am Bauernhof freiwillig leisten. Diese Motivation ist zu nutzen und die Rodung sowie die Revitalisierung von bestimmten Bereichen bieten eine gute Gelegenheit für eine derartige Arbeit der Freiwilligen" betonte Daniel Bogner, der im vergangenem Jahr so ein Projekt durchgeführt hat.

Alle Fachkäfte auf beiden Seiten der Grenze stimmten zu, dass ein Vorgehen gegen das Zuwachsen der Kulturlandschaft und damit auch von bedeutenden landwirtschaftlichen Bereichen notwendig ist. Das Zusammenführen von verschiedenen Fachbereichen von der Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Naturschutz bis zu den Privatinteressen und den Gesellschaftsinteressen ist gerade in den Bereichen, die aus Naturschutzgründen geschützt sind, besonders schwierig. Das Durchsetzen des gemeinsamen Interesses für eine vielfältige Landschaft und die Erarbeitung von geeigneten Programmen wird für die Bereiche auf beiden Seiten der Grenze die Herausforderung in der Zukunft sein.

Informationen über Revitalisierungsprogramme von Almen erhalten Sie auch auf den Internetseiten der Abteilung Landwirtschaft der Kärntner Landesregierung unter www.ktn.gv.at.

 

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