Einleitende Worte zum Thema sprach Dipl. Ing. Günther
Kuneth, Leiter des Referates für Forstwesen bei der Kärntner
Landwirtschaftskammer und stellte die Rahmenbedingungen und den Einfluß
des österreichischen Forstrechtes auf die landwirtschaftliche Praxis
in Kärnten dar. Dabei wieß er auf die Tatsache hin, dass die
Landwirtschaft und die Forstwirtschaft in Kärnten gut zusammenarbeiten
und versuchen, die Verfahren für die Landwirte so einfach wie möglich
zu gestalten. Gerade auf dem Gebiet der Rodung und der Revitalisierung
ist es notwendig, dass die Bauern die rechlichen Vorschriften einhalten
und ihre Schritte mit den zuständigen Ämtern koordinieren, die
ihnen auch eine fachliche Unterstützung anbieten, betonte Kuneth.

RefererentInnen an der Fachtagung in Tainach/Tinje:
Olga Voglauer, Günther Kuneth, Susanne
Aigner,
Barbara Kircher und Daniel Bogner
Die Inspektorin für die Almwirtschaft des
Landes Kärnten, Dipl. Ing. Barbara Kircher und die Vertreter des
Unternehmens Umweltbüro Klagenfurt Dr. Susanne Aigner und Dr. Daniel
Bogner stellten das Kärntner Modell für die Revitalisierung
von Almen und die erfolgreiche Bewirtschaftung der Almen vor. Es handelt
sich um gute Praxisbeispiele, die man auch in den Tallagen realisieren
kann und somit nicht nur für die Bergregionen ausgerichtet sind.
Die Landwirte in Kärnten, die ihre zugewachsenen Almen erneuern
bzw. wieder nützen wollen, können dafür auch eine Unterstützung
bekommen. Für die Planung und Durchführung der Revitalisierung
erhalten sie eine Unterstützung der Abteilung für Landwirtschaft
der Kärntner Landesregierung, die in Zusammenarbeit mit dem Umweltbüro
Klagenfurt oder mit anderen Planern ein Revitalisierungsprojekt ausarbeitet.
Bis zum Projektabschluß werden die Landwirte von Fachkräften
begleitet und beraten. Das Revitalisierungsprogramm wurde von Beamten
und Vertretern der Landwirtschaft, der Forstwirtschaft und des Umweltschutzes
erstellt und ist heute in allen Sparten unangefochten. Die Sparten nutzten
die Synergien, die für den Landwirt eine große Erleichterung
bedeuten, denn mit einem Antrag und einem Projekt kann er die gesammte
Revitalisierung realisieren. "Bei diesem Programm nutzen wir die
Leistungen von Unternehmen, die für den Landwirt ein optimales Revitalisierungsprojekt
planen. Die Kosten sind für jeden Landwirt gleich und für diese
bekommt er eine Förderung von der Landesregierung und der EU. Die
Mitarbeit mit Planungsunternehmen ist deshalb notwendig, weil wir am
Amt nicht über die Kapazitäten verfügen" betonte Dipl. Ing.
Barbara Kircher.

Nach den Fachreferaten entwickelte sich eine
lebhafte Diskussion aus der ersichtlich wurde, dass einige Schwierigkeiten
bei der Realisierung von Naturschutz- und Revitalisierungsprojekten
auf beiden Seiten der Grenze ähnlich gelagert sind. Es wurde in
der Diskussion hervorgehoben, dass die Zusammenarbeit der zuständigen
Ämter am Beispiel der Revitalisierung von landwirtschaftlichen Flächen
in Kärnten vorbildlich auch für andere Bereiche ist.

Am Nachmittag besichtigten die TeilnehmerInnen
die Flächen, die vor kurzem erneuert wurden. Mit Hilfe von freiwilligen
Mitarbeitern, die mit der Landwirtschaft sonst nichts zum tun haben,
wurde etwas mehr als 1 Hektar zugewachsene Fläche rekultiviert.
Heute ist an dieser Fläche wieder eine Schafweide. Es ist interessant,
dass jeder Landwirt bzw. Besitzer der Liegenschaft eine Unterstützung
für eine solche Erneuerung bekommt, wobei auch eine weitere Nutzung
der Flächen, zum Beispiel als Weidefläche, gefördert wird.
"Den Bauern kommt es manchmal komisch vor, es ist aber wahr, dass es
viele Leute gibt, die verschiedene Tätigkeiten am Bauernhof freiwillig
leisten. Diese Motivation ist zu nutzen und die Rodung sowie die Revitalisierung
von bestimmten Bereichen bieten eine gute Gelegenheit für eine derartige
Arbeit der Freiwilligen" betonte Daniel Bogner, der im vergangenem Jahr
so ein Projekt durchgeführt hat.

Alle Fachkäfte auf beiden Seiten der Grenze
stimmten zu, dass ein Vorgehen gegen das Zuwachsen der Kulturlandschaft
und damit auch von bedeutenden landwirtschaftlichen Bereichen notwendig
ist. Das Zusammenführen von verschiedenen Fachbereichen von der
Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Naturschutz bis zu den Privatinteressen
und den Gesellschaftsinteressen ist gerade in den Bereichen, die aus
Naturschutzgründen geschützt sind, besonders schwierig. Das
Durchsetzen des gemeinsamen Interesses für eine vielfältige
Landschaft und die Erarbeitung von geeigneten Programmen wird für
die Bereiche auf beiden Seiten der Grenze die Herausforderung in der
Zukunft sein.
Informationen über Revitalisierungsprogramme
von Almen erhalten Sie auch auf den Internetseiten der Abteilung Landwirtschaft
der Kärntner Landesregierung unter www.ktn.gv.at.