Die ältere Generation, die in eine Zeit ohne elektrischen Strom und automatische landwirtschaftliche Geräte
geboren wurde, gibt Einblick in ihren Lebensweg. Dem Leser werden auf den Rückseiten des Kalenders 12 verschiedene Schicksale geschildert,
die zu dem heutigen Status der vorgestellten Bauernhöfe geführt haben.

Miha Zablatnik, der Obmann der Bäuerlichen Bildungsgemeinschaft
KIS schreibt in der Einleitung zum Bauernkalender über die vorgestellten
Bauern und Bäuerinnen: "Sie erlebten die Nachwehen der Volksabstimmung
1920. Ihre Sprache lernten sie in den Vereinen und bei ihren kirchlichen
Aktivitäten. In der Schule war "Slowenisch" ein Mittel zum Zweck,
um so früh wie möglich Deutsch zu lernen. Mit dem Verschwinden
Österreichs von den Landkarten im Jahr 1938 nahm die Hitlerdiktatur
mit Hilfe der heimischen fanatischen Nationalsozialisten der slowenischen
Jugend in Kärnten ihre jugendliche Unbekümmerheit.
Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm diese Generation ihre Höfe
und erlebte einen technischen Fortschritt, bei dem kein Stein auf dem
anderen bleiben sollte. Die Mechanisierung zunächst mit Motormähern,
danach Traktoren und allen Landmaschinen, danach der Stromanschluss
und die damit verbundenen Erleichterungen auf dem Hof und im Haus. Die
Anzahl des Viehs stieg rasant an und die Industrialisierung der Landwirtschaft
ging in die tägliche Praxis über."

Wie in den bisherigen Kalendern, so ist auch im Jahr 2010 ein Monat einer Bauernfamilie aus dem Nachbarstaat gewidmet.
Heuer entschied sich die Bäuerliche Bildungsgemeinschaft KIS für die Familie Debelis aus Triest. Alojz in Zorka Debelis waren allseits in
verschiedenen slowenischen Vereinen aktiv, vor allem aber sind sie als Sprecher der slowenischen Bauern der Triestiner Region bekannt.
So war Alojs Debelis viele Jahre Vorsitzender des Verbandes slowenischer Bauern / Kmečka zveza in Triest.

Die Fotos für den Bauernkalender
steuerte Štefan Reichmann aus Ludmannsdorf bei. Über seine fotografische
Arbeit für den diesjährigen Bauernkalender meint er: "Diesmal entschied
ich mich dafür, dass die Gesichter des Bauern bzw. der Bäuerin
auf der Vorderseite des Kalenderblattes nicht unbedingt sichtbar sein
müssen, da die Porträts auf der Rückseite im Zusammenhang
mit der Hofvorstellung abgebildet sind. Dabei legte ich Wert darauf,
den Hintergrund dunkel bzw. schwarz zu halten, so dass nur das Gesicht
ins Licht eintaucht. Besonders bei der älteren Generation kann das
Gesicht allein schon eine Geschichte erzählen, da würde jedes
Detail im Bild nur stören. Es hat mir sehr viel Freude bereitet,
die ältere Geeration der Bauern und Bäuerinnen zu fotografieren."

Mit den Bauernkalendern will KIS die Landwirtschaft
und das Leben an den Bauernhöfen auch jenen vermitteln, die nicht
tagtäglich mit landwirtschaftlichen Themen zu tun haben. Die Vernetzung
der bäuerlichen und nichtbäuerlichen Bevölkerung rückt
in Krisenzeiten verstärkt in den Vordergrund, wobei die Konsumenten
mehr regionale, gesunde und natürliche Produkte einkaufen wollen.
Während der ausführlichen und herzlichen
Kalenderpräsentation gab es für die Kinder eine Kinderbetreuung.
Der Männerchor "Vinko Poljanec" aus St. Kanzian unter der Leitung
von Franz Starz verlieh der Veranstaltung mit dem gut ausgewählten
Liedern eine besondere warmherzige Note. Nach der Kalendervorstellung
wurden alle zum Bauernbüffet, welches die Familie Hirm vorbereitet
hat, geladen.
Den zweisprachigen Kmečki koledar Bauernkalender
2010
können Sie bei der Bäuerlichen Bildungsgemeinschaft KIS unter
der Telefonnummer 0676 83 555 747 oder per E-Mail: office@kisnet.at
bestellen.