Das Leben und Wirtschaften in den Karawanken ist seit
jeher von grenzüberschreitender Zusammenarbeit geprägt, deshalb wollten
die Veranstalter auch die Entwicklungen des südlichen Karawankengebietes
aufzeigen und gemeinsame Potenziale und Visionen erarbeiten.

Als Zeichen der guten grenzüberschreitenden Zusammenarbeit
übernahmen der Kammeramtspräsident der Kärntner Landwirtschaftskammer,
ÖR Walfried Wutscher und der Präsident der
Landwirtschaftskammer in Slowenien, Ciril Smrkolj die
Patronanz der Veranstaltung. Im Rahmen der Eröffnung des Symposiums
unterstrich Miha Zablatnik, Obmann der KIS die Bedeutung
der Identität einer Region und somit des Selbstwertgefühles
der Bauernschaft gerade in den Berggebieten.

Die Kammerpräsidenten von Kärnten und Slowenien,
ÖR Walfried Wutscher und Ciril Smrkolj sowie KR Stefan Domej mit dem Organisator
Miha Zablatnik, KIS
Von der ZUVIELisation zu mehr Lebensqualität
Die Fachvorträge richteten sich einerseits an eine lebensqualitätssteigernde
Regionalentwicklung und andererseits an die dazugehörige Stärkung
der Landwirtschaft in den Berg- und Grenzgebieten. Herr Ing. Josef
Ober, steirischer Landesrat und Obmann des südsteirischen
»Vulkanlandes« verdeutlichte den TeilnehmerInnen ein neues Verständnis
erfolgreicher Regionen. Diese messen sich an der Lebensqualität
in der Region und weniger am Bruttoinlandsprodukt. In seinem Vortrag
zur Inwertsetzung von Regionen sowie den dazugehörigen Entwicklungsfaktoren,
stellte Ing. Ober viele Grundvoraussetzung zur erfolgreichen Regionalentwicklung
vor. Dazu gehöre zunächst eine langfristige Vision zur eigenen
Region und Institutionen, die diese zu verwirklichen suchen. »Man kann
keine Region erfolgreich entwickeln, wenn man lediglich einen Zeithorizont
von 5 bis 10 Jahren betrachtet. Dazu braucht es eine Bündelung der
regionalen Kräfte. Wir müssen lernen mit dem Organismus Region
umzugehen. Neben Daten, Fakten und Zahlen müssen wir vor allem in
die Seele der Region eintauchen“, so Ing. Ober in seinem Fachvortrag.
Zur Inwertsetzung einer Region kommt es, wenn die Menschen ihre Region
zu entwickeln bereit sind und somit auch von sich ein Stück persönliches
– unbezahltes – Engagement einbringen. In diesem Fall spricht Ober von
einer Re-verortung des Lebens – zurück in den Regionen. Gleiches
kann für die Landwirtschaft gelten.

Dr. Georg Mayr, Obmann des Vereines
„Freiwillige Arbeitseinsätze
in Südtirol“
Freiwillig sozial engagiert
Dr. Georg Mayr aus Südtirol und Obmann der freiwilligen
Arbeitseinsätze sowie langjähriger ehemaliger Obmann des Südtiroler
Bauernbundes stellte die freiwillige Bergbauernhilfe Südtirols vor.
Im Rahmen dieses Angebotes kommen Nicht-LandwirtInnen aus sozialem Engagement
auf die Bergbauernhöfe um dort tatkräftig mitzuhelfen. Da wird
im Sommer zusammen mit der Bauernfamilie das Heu eingebracht und auch
sonst finden sich immer wieder Tätigkeiten am Hof, die auch von
»Laien« erledigt werden können. Die freiwilligen Einsätze sind
gratis, die Helfer verrichten ihre Arbeit für Kost und Logis, manche
nur einen Tag, andere länger. Im Vordergrund steht das gesellschaftliche
Engagement, den Bergbauern zu helfen und somit einen persönlichen
Teil zum Erhalt der Südtiroler Kulturlandschaft beizutragen. »In
Südtirol gibt es Bauernhöfe, die selbst auf 2.000m Seehöhe
noch Viehwirtschaft betreiben – bei uns finden sie selten verbuschte
Flächen – all das liegt auch an einer genau durchdachten Regionalpolitik,«
erklärt Dr. Mayer und ergänzt, dass es für erfolgreiche
Regionen auch entsprechende politische und rechtliche Rahmenbedingungen
braucht, vor allem im Bereich der Regionalplanung. Um einen genauen
Einblick in die natürlichen und sozialen Gegebenheiten des südlichen
und nördlichen Karawankengebietes zu bekommen, stellten DI Dr. Daniel
Bogner vom Umweltbüro Klagenfurt und Andreja Slameršek
vom slowenischen Naturschutzamt vor allem die landwirtschaftlichen Entwicklungen
dieses Gebietes vor. Zusätzlich gaben sie Einblick in neue Strategien,
die zum Erhalt der Berglandwirtschaft führen könnten, allen
voran die positive Einbeziehung des Naturschutzes in die landwirtschaftliche
Bewirtschaftung. Die TeilnehmerInnen hatten am Nachmittag die Möglichkeit
im Rahmen von zwei Workshops direkt mit den Referenten zu diskutieren
und Anknüpfungspunkte für neue Kooperationen in den Karawanken
zu finden. Dabei sollte die Vernetzung von Bestehendem und dessen Weiterentwicklung
im Vordergrund stehen. Allen voran steht dabei die stärkere Einbeziehung
der lokalen Bevölkerung in Regionalentwicklungsprojekte sowie grenzüberschreitende
Aktivitäten. Nur so kann der Entwicklungstrend einer Region aufwärts
zeigen.

Freiwillige Einsätze auch in Kärnten organisieren
Freiwillige Einsätze auf Bauernhöfen mit erschwerten Arbeitsbedingungen
sind im Kommen. Das Südtiroler Modell könnte auch für Kärnten
angedacht werden, um neue Partnerschaften zwischen bäuerlicher und
nicht-bäuerlicher Bevölkerung entstehen zu lassen. In Südtirol
ist die freiwillige Bergbauernhilfe als Verein organisiert, dessen Träger
der Südtiroler Bauernbund, die Caritas, die Lebenshilfe und der
Südtiroler Jugendring sind. Die Arbeitseinsätze sind nicht sozialversicherungspflichtig
und die Helfer sind über den Verein unfallversichert. Für die
Bergbauern entstehen keine Kosten. Die Einsätze gelten als freiwilliges
soziales Engagement und werden mittlerweile von über 300 Bergbauernhöfen
genutzt, nähere Infos auch unter: www.bergbauernhilfe.it.
Ein ähnliches soll nun für Kärnten angedacht und anhand
freiwilliger Einsätze in den Karawanken erprobt werden. Neben Daten,
Fakten und Zahlen müssen wir vor allem in die Seele der Region eintauchen.
Kontakt: olga.voglauer@kisnet.at